Title: Kinder in Entwicklungsl
1Kinder in Entwicklungsländern
2Kinder in Entwicklungsländern
Kinderhilfe
Was ist ein Entwicklungsland?
Straßenkinder
Kinderrechte
Kinderarbeit
3Was ist ein Entwicklungsland?
- Nicht allen Menschen auf dieser Welt geht es so
gut wie uns. In vielen Ländern außerhalb Europas
herrscht große Armut. Familien hungern, Eltern
sind arbeitslos, die Kinder haben zum Teil keine
Möglichkeit, lesen und schreiben zu lernen. Viele
Kinder müssen sogar selbst hart arbeiten, weil
ihre Eltern nicht genug für die Familie
verdienen. Viele Menschen werden krank, weil sie
keine richtigen Wohnungen haben oder
verschmutztes Wasser trinken müssen. Sie können
nicht vom Arzt behandelt werden, weil es zu
wenige Ärzte und Krankenhäuser gibt. Auch der
Staat kann nicht helfen, weil er zum Beispiel
nicht richtig organisiert ist oder falsch geführt
wird. Oder der Staat ist verschuldet. Er muss
seine Schulden oft mit hohen Zinsen zurückzahlen
und besitzt deswegen nicht genügend Geld, um
Krankenhäuser oder Schulen zu bauen. Länder, die
so arm sind, bezeichnet man als
Entwicklungsländer. - Entwicklungshilfe
- Viele reiche Länder und private Organisationen
versuchen, diese Länder zu fördern, indem sie
ihnen so genannte Entwicklungshilfe anbieten.
Damit soll das jeweilige Land so lange
unterstützt werden, bis es sich selber helfen
kann. Diese Hilfe nennt man auch "Hilfe zur
Selbsthilfe". Es werden zum Beispiel Brunnen
gebohrt, Lehrer und Ingenieure ausgebildet,
Straßen gebaut und bessere Methoden für die
Landwirtschaft entwickelt.
4Straßenkinder
Isabel aus Bogotá
Kinder in Entwicklungsländern
Richard aus Manila
5Isabel aus Bogotá
- Isabel lebt auf den Straßen der kolumbianischen
Hauptstadt Bogotá. Sie wuchs in der neuen Familie
ihrer Mutter auf. Sehr schnell bekam Isabel zu
spüren, dass sie dort eigentlich nicht erwünscht
war. Als ihre Mutter anfing zu arbeiten, musste
Isabel den Haushalt führen und die kleinen
Geschwister betreuen. Da sie keine Zeit mehr zum
Lernen hatte, bekam sie in der Schule Probleme.
Sie begann ihren Kummer mit Drogen zu betäuben
und trieb sich auf der Straße herum. Hier traf
sie Kinder mit ähnlichem Schicksal. Schließlich
ging sie gar nicht mehr zur Mutter zurück. Sie
versuchte als Dienstmädchen zu arbeiten, blieb
aber nirgends lange.
Dann schloss sie sich einer Gruppe von
Straßenkindern an. Mit Stehlen, Betteln und dem
Verkauf von Süßigkeiten und Drogen versuchten sie
gemeinsam zu überleben. Die Jungen aus der Clique
zwangen sie zur Prostitution. Um anerkannt zu
bleiben, fügte sie sich.
6Richard aus Manila
- Richard ist 13 Jahre alt und lebt als Straßenkind
in Manila. Als sein Pflegevater krank und
arbeitslos wurde, wurde die Stimmung zu Hause
unerträglich. Unter dem Einfluss von "Freunden"
begann Richard die Schule zu schwänzen und sich
in der Stadt herumzutreiben. Um ihn von der
Straße fern zu halten wurde er zu seiner
leiblichen Mutter zurückgeschickt. Dort wurde er
von dem Freund der Mutter geschlagen. Also wurde
er wieder zu seiner Pflegefamilie zurückgebracht.
Diese wurde mit Richard nicht mehr fertig und
schickte ihn immer wieder zu seiner Mutter.
Irgendwann bei dem Hin und Her riss Richard aus.
Er lebt davon, auf den Straßen Manilas
Plastiktassen zu sammeln und zu verkaufen. Er
muss sich draußen einen Schlafplatz suchen.
7Kinderrechte
Kinder in Entwicklungsländern
10 Kinderrechte
Kinderrechte
Exkurs Kinder in Deutschland
810 Kinderrechte
- Das Recht auf Gleichheit, unabhängig von Rasse,
Religion, Herkunft oder Geschlecht. - Das Recht auf eine gesunde körperliche und
geistige Entwicklung. - Das Recht auf einen Namen und eine
Staatsangehörigkeit. - Das Recht auf ausreichende Ernährung,
menschenwürdige Wohnverhältnisse und medizinische
Versorgung. - Das Recht auf besondere Betreuung im Falle
geistiger oder körperlicher Behinderung. - Das Recht auf Liebe, Verständnis und
Geborgenheit. - Das Recht auf unentgeltlichen Unterricht, auf
Spiel und Erholung. - Das Recht auf Beteiligung an der Gestaltung der
eigenen Umwelt. - Das Recht auf Schutz vor Grausamkeit,
Vernachlässigung und Ausbeutung. - Das Recht auf Schutz vor allen Formen der
Demütigung und Erniedrigung und auf eine
Erziehung des Friedens und der Rücksichtnahme.
9Exkurs Kinderrechte in Deutschland 1
- Es gibt auch Rechte, die nur für Kinder in
Deutschland gelten. Hier findest Du die Rechte,
die Du ab einem bestimmten Alter hast. Die Liste
ist nicht vollständig - Wenn Du 12 bist, darfst Du
- - mit Erlaubnis Deiner Eltern einen Pass
beantragen - Wenn Du 13 bist, darfst Du
- - Leichte Aufgaben im Geschäft Deiner Eltern oder
in der Landwirtschaft übernehmen - Wenn Du 14 bist, darfst Du
- - mit Erlaubnis Deiner Eltern ein Bankkonto
eröffnen - - bist Du strafmündig nach dem Jugendstrafrecht
- Wenn Du 15 bist, darfst Du
- - während der Ferien oder am Samstag arbeiten
- eigenständig eine Aufenthaltsgenehmigung
beantragen
10Exkurs Kinderrechte in Deutschland 2
- Wenn Du 16 bist, darfst Du
- - ein Moped fahren (aber mit Helm!)
- - entscheiden, was nach Deinem Tod mit Deinem
Körper geschehen soll - - 3 bis 4 Tage in der Woche arbeiten (wenn Du
nicht mehr der gesetzlichen - Schulpflicht unterliegst)
- - in der Öffentlichkeit rauchen/ Bier trinken,
wenn es Deine Eltern erlauben. - - bis 24.00 Uhr ohne Aufsicht in eine private
Disko oder Kneipe gehen. - Wenn Du 17 bist, darfst Du
- - 5 Tage pro Woche arbeiten, jedoch nur wenn Du
Deine gesetzliche - Schulpflicht erfüllt hast
- Wenn Du 18 bist, darfst Du
- wählen und Dich der Wahl stellen
- - heiraten ohne Erlaubnis Deiner Eltern
- - Deinen Führerschein machen
11Kinderarbeit
Kinder in Entwicklungsländern
Was du dagegen tun kannst
Kinderarbeit
Gedicht
Kindersklaven
12Kinderarbeit
- Teppiche knüpfen, Steine hauen, auf Plantagen
ackern - so sieht der Alltag von weltweit über
250 Millionen Kindern aus. Statt zur Schule zu
gehen, zu spielen und zu lernen, müssen sie
arbeiten. Kinderarbeiter sind bei Arbeitgebern
sehr beliebt. Sie lassen sich leicht ausbeuten
sind billig und können sich kaum wehren. Viele
der Kinder werden auch sexuell ausgebeutet. Die
Kinder erleiden dabei lebenslange Schäden an
Körper und Seele. Kinderarbeiter finden wir nicht
nur in sogenannten Entwicklungsländern, sondern
ebenso in EU-Mitgliedsstaaten, wie etwa in
Portugal. Nicht zuletzt kann uns jeder Einkauf
direkt mit Kinderarbeit in Kontakt bringen -
Produkte aus Kinderhand liegen auf vielen
Ladentischen.
13Was du dagegen tun kannst
- Du kannst zum Beispiel beim Einkaufen darauf
achten Lebensmittel wie Zucker, Bananen oder
Schokolade mit dem TransFair-Siegel zu kaufen.
Das TransFair-Siegel kennzeichnet Produkte, die
fair gehandelt wurden Handelsunternehmen aus
Europa zahlen den Bauern faire Preise, damit die
ihre Kinder nicht aufs Feld, sondern in die
Schule schicken können.
Auch die Lebensmittel mit diesem Zeichen können
bedenkenlos gekauft werden Die Gesellschaft zur
Förderung der Partnerschaft mit der dritten Welt
mbH (gepa) schließt Verträge mit 140 Partnern in
Lateinamerika, Afrika und Asien um mit stabilen
fairen Preisen zu handeln.
14Gedicht
- Genau wie so viele andere
- lernte ich von Kind auf zu schwitzen
- weder lernte ich die Schule kennen
- noch wusste ich was spielen heißt.
- Sie holten mich aus dem Bett
- früh im Morgengrauen
- und an der Seite meines Vaters
- wuchs ich bei der Arbeit heran.
-
- Victor Jara, Chile
- (aus Pollmann, U. Kinderarbeit. Lamuv Göttingen
1999)
15Kindersklaven
- Viele Dinge kann man bei uns sehr billig kaufen
Seien es die Turnschuhe oder das Plastikspielzeug
im Discounter um die Ecke. Warum ist es so
billig? Manchmal müssen dafür Menschen wie
Sklaven leben und arbeiten.
Kinder sind immer mit am stärksten von Sklaverei
betroffen, da sie sich am wenigsten wehren
können. Das Schicksal vieler Kinder der Welt ist
heute nicht viel besser als damals. Die
Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten
Nationen geht davon aus, dass jedes sechste Kind
unter 15 Jahren auf der Welt arbeiten muss. Dabei
ist Kinderarbeit seit der UN-Kinderrechtskonventio
n verboten.
16Kinderhilfe
- Weltweit gibt es über 100 Millionen
Straßenkinder. Sie arbeiten und leben auf der
Straße. Um sich ihre tägliche Portion Reis
verdienen zu können, verkaufen sie Zeitungen,
Bonbons oder Taschentücher, putzen
Autofensterscheiben und Schuhe, sammeln
wiederverwertbaren Müll und verkaufen ihn weiter.
Die meisten haben kein Zuhause mehr und niemanden
der sich um sie kümmert, auch dann nicht, wenn
sie krank sind.
Da sie keine Zeit und kein Geld haben um in die
Schule zu gehen, können die meisten Straßenkinder
weder lesen noch schreiben. Das bedeutet sie
haben auch keine Aussicht auf ein besseres Leben
in der Zukunft. Terre des hommes setzt sich für
diese Kinder ein und unterstützt
Straßenkinderprojekte in vielen verschiedenen
Ländern. Diese Kinder bekommen wenigstens eine
warme Mahlzeit pro Tag, sie haben nachts einen
trockenen Platz zum Schlafen und werden im Lesen
und Schreiben unterrichtet.